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03.07.2016     „Zungenschlag“ im Theater Heidelberg

Cynthia Nickschas | Foto: Stefan Mager

Cynthia Nickschas | Foto: Stefan Mager

129. Zungenschlag am 03. Juli 2016, 19.00 Uhr, im Theater Heidelberg

Die Heidelberger Kult-Show präsentiert diesmal zwei junge Künstler: Tilman Birr ist einer der außergewöhnlichsten Lesebühnenleser und Poetry Slamer. Die Musikerin Cynthia Nickschas führte mit ihrem ersten Album monatelang die Liederbestenliste an. Mit dabei in der letzten Ausgabe dieser Spielzeit ist natürlich auch wieder das bewährte Zungenschlag-Team: Rosemie Warth, Nina Wurman, Bernhard Bentgens, Thomas C. Breuer, Axel Naumer, Jean-Michel Räber und die Schlag-Auf-Schlag-Band.

Cynthia Nickschas – Kopfregal

Cynthias Nickschas ist die Tochter einer Klavierlehrerin und eines Gitarrenlehrers. Den Gesang entdeckte Nickschas im Alter von zehn Jahren für sich und sang unter anderem im Kirchenchor und in Schulchören. Mit 18 Jahren wechselte sie vom Klavier zur Gitarre und entwickelte die ersten eigenen Lieder. Nach der Fachhochschulreife 2007 arbeitete sie in einem Restaurant in der Küche. Vor dem geplanten Beginn einer Ausbildung in dem Restaurant verlor sie jedoch aus betrieblichen Gründen ihre Anstellung.

Nickschas ging mit ihrer Gitarre auf die Straße und tourte als Straßenmusikerin durch Deutschland. Dabei entwickelte sie ihre eigenen Lieder. Schon bald folgten die ersten Buchungen und Auftritte auf kleinen Festivals, in Kneipen und Clubs. 2011 gewann sie den Straßenmusikerwettbewerb in Geldern. Im Jahr 2012 gründete sie ihre Band Cynthia Nickschas & Friends. Konstantin Wecker hat sie in seinem Label „Sturm & Klang“ unter Vertrag genommen. Ihr erstes Studioalbum Kopfregal ist am 26. September 2014 dort erschienen. An Konstantin Weckers Album „Ohne Warum“ ist sie mit Gesang und Gitarre beteiligt. Sie begleitete ihn auf seiner „Ohne Warum“-Tournee 2015/2016. Mit ihren eigenen Liedern, die ein „Stilmix aus Folk und Blues mit kritischen Texten, die sich vor allem mit den Unzulänglichkeiten der eigenen Generation beschäftigen“, hatte Cynthia Nickschas Soloauftritte unter anderem beim 3sat-Festival, auf dem Tollwood-Sommerfestival in München, beim Nürnberger Bardentreffen. Die taz schrieb, sie vertrete „mit ihren rotzigen Straßensongs vielleicht am ehesten das Widerborstige und Kauzige, das das Festival in seinen Ursprüngen hatte“.

Tilmann Birr | Foto: Sarah Bosetti.

Tilmann Birr | Foto: Sarah Bosetti

Tilman Birr – Holz und Vorurteil – zwischen Brett und Kopf

1980 in Frankfurt am Main geboren, begann er seine Bühnenkarriere als Lesebühnen-Vorleser und Poetry Slammer. 2002 gründete er die „Lesebühne Ihres Vertrauens“ in Frankfurt am Main, später wurde er Mitglied der Berliner Samstagsshow. Außerdem moderiert Birr den Saalslam, einen Poetry Slam in Berlin-Neukölln. Für sein erstes Soloprogramm „Das war hier früher alles Feld“ wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 2012 erschien sein humoristischer Roman „On se left you see se Siegessäule – Erlebnisse eines Stadtbilderklärers“, der auch als Hörbuch vorliegt. Anfang 2013 folgte das Musikalbum „Die Gesellschaft verurteilt so was schnell“. In „Zum Leben ist es schön, aber ich würde da ungern auf Besuch hin-fahren – eine kleine Heimatkunde“ setzt Birr sich kritisch mit deutschen Mentalitäten auseinander und stellt viele deutsche Eigenheiten als merkwürdig und überdenkenswert dar.

Zu seinem aktuellen Programm heißt es: „Menschen und ihre Konzepte: einige muss man lieben, andere verdienen einen Tritt vors Schienbein. Manche glauben ja immer noch, dass der Aufzug schneller kommt, wenn man mehrmals auf den Knopf drückt und dabei flucht. Andere denken, dass Autos mit Fischaufklebern am Heck von Leuten gefahren werden, die bei der Fastfoodkette Nordsee arbeiten. Wieder andere glauben, das Antiquariat wäre das Gegenteil vom Proquariat. Das alles sind vorurteilsbeladene Konstrukte, die dringend überdacht werden müssen. Damit es nicht hineinregnet. Tilman Birr liest, spricht und singt über sie.

Das meint die Presse:

„Birr nimmt mit spitzer Feder den ganz alltäglichen Wahnsinn aufs Korn und dabei kein Blatt vor den Mund.“ (beliebige Regionalzeitung)

„Zum Schießen!“ (Neue Waffen-Revue)

„Herrlich zünisch [sic!]“ (Zeitschrift für Orthographie)

„Seine Majestät hat es daraufhin abgelehnt, den Botschafter nochmals zu empfangen.“ (Emser Depesche)

 

Die Karten kosten € 28,00, erm. €25,00 zzgl. Gebühren

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